Herzschlagfinale der DTM am Norisring: Duell zwischen Lawson und van der Linde oder doch Vierkampf mit Götz und Wittmann

Oktober 8th, 2021

Quartett mit Titelchancen: erstmals DTM-Finale auf dem Stadtkurs in Nürnberg. Red Bull-Junior Lawson könnte der jüngste DTM-Champion aller Zeiten werden. Fahrerwechsel: Nick Cassidy feiert Premiere und ersetzt Alex Albon im AlphaTauri-Ferrari. Fan-Festival: offenes Fahrerlager, Pitwalk und viel Unterhaltung im Fan-Village.Tage des Donners am Norisring! Erstmals ist der Stadtkurs in Nürnberg die ultimative Bühne für den Showdown der traditionellen Rennserie. Liam Lawson, der erst 19-jährige Neuseeländer im Red Bull-Ferrari, oder der sechs Jahre ältere Südafrikaner Kelvin van der Linde im ABT-Audi – das ist hier die Frage. Wer gewinnt den heißumkämpften DTM-Titel, wer wird Nachfolger des dreimaligen DTM-Champions René Rast? Auch Lokalmatador Maximilian Götz (GER) im HRT-Mercedes-AMG mischt im Titelkampf mit, und rein rechnerisch hat auch Marco Wittmann im Walkenhorst-BMW noch Chancen auf den Titel, dessen Wert im internationalen Motorsport überaus hoch ist. Motorsport-Kenner wissen, dass auf dem nur 2.300 Meter langen Norisring alles passieren kann, wirklich alles.

Genau das macht diese kurze, aber schwierige Rennstrecke rund um die geschichtsträchtige Steintribüne auch für Fans so interessant. Sie sind verdammt nah dran und nirgendwo sonst kommen die Rennwagen häufiger vorbei – etwa doppelt so oft wie auf üblichen Strecken –, 69 Runden werden in jedem der beiden DTM-Rennen erwartet. Der Norisring ist auch berühmt für seine einzigartige Atmosphäre am Dutzendteich, für die Fan-Nähe im offenen Fahrerlager und das Fan-Village mit Programm und DJs.

Norisring – das ist höchste Tradition im deutschen Motorsport allgemein, denn schon 1947 wurde an der Zeppelinwiese das erste Rennen gefahren, und auch in der DTM. Seit 1984 wurden schon 46 DTM-Rennen ausgetragen, immer mitten im Sommer. Nach dem Ausfall im Vorjahr machte Corona in diesem Jahr eine Verlegung des ursprünglich angedachten Termins im Juli erforderlich, und jetzt erlebt der Norisring das Herzschlagfinale der DTM 2021. Die Wetteraussichten für da Wochenende sind allerdings vielversprechend. Es ist die ultimative Herausforderung für alle Fahrer und Teams, und der ultimative Action-Faktor für die Fans. Immerhin wird auf der nicht-permanenten Rennstrecke Tempo 260 erreicht. Die errechnete Rundenzeit liegt knapp unter 50 Sekunden (49,6s), die Renndistanz wird voraussichtlich 69 Runden betragen. Vor allem die Bremsen werden auf dem Norisring extrem belastet, wenn vor der Grundig-Spitzkehre fast 70 Mal brachial von 260 auf etwa 47 km/h heruntergebremst werden muss. Dazu kommt ein Volllastanteil von 67 Prozent. Ein Belastungstest für Mensch und Maschine!

Jetzt also Finale, und es könnte kaum besser angerichtet sein. 206 zu 192 steht es zwischen Lawson und van der Linde. Lawson holte drei Pole-Positions und drei Siege, van der Linde fünf Pole-Positions und vier Siege. Nicht abzuschreiben sind auch Maximilian Götz mit 180 und Marco Wittmann mit 165 Zählern. Mit einem GT-Rennwagen hat noch keiner Erfahrung auf dem Norisring gesammelt, das ist die erste Herausforderung. Für Lawson und sein Team ist der Norisring komplett Neuland, während van der Linde auf die Erfahrung aus 25 Rennen und zwölf Podiumsplätzen des ABT-Teams am Dutzendteich seit 2000 bauen kann und selbst hier schon im Rahmen des Scirocco-Cups gefahren ist. Wenn er seinen Punktevorsprung über die Runden bringen sollte, wäre Liam Lawson mit 19 Jahren der jüngste DTM-Champion der Geschichte. Und dieser Titel käme dem Red Bull-Junior, der trotz all seines Lobes für die DTM längst auf die Formel 1 fokussiert ist, gerade zur rechten Zeit. Zum Finale erhält der „Kiwi“ Unterstützung aus seiner neuseeländischen Heimat, wo das DTM-Finale sogar live im Fernsehen übertragen wird. Weil Alex Albon seinen Verpflichtungen als Formel-1-Ersatzfahrer von Red Bull Racing beim Grand Prix in der Türkei nachkommen muss, übernimmt der Neuseeländer Nick Cassidy erstmals den AlphaTauri-Ferrari mit der Nummer 23. Und den Norisring kennt der 27-Jährige bereits aus Formel-3-Zeiten 2013 und 2016. Inklusive Gaststarter Lucas di Grassi, dem ehemaligen Formel-E-Champion im vierten ABT-Audi, präsentiert sich die DTM mit 20 GT-Rennwagen in der Franken-Metropole.

Tages des Donners stehen dem Norisring bevor, ein „Speedweekend“ der Extra-Klasse. Dafür sorgt nicht nur die DTM, die zum Abschluss auf eine furiose Saison zurückblickt, sondern ein geballtes Motorsport-Paket mit der Nachwuchsserie DTM Trophy mit seriennahen GT-Sportwagen, mit der DTM Classic Tourenwagen Legenden, dem BMW M2 Cup, der P9 Challenge sowie den Demo-Fahrten von DTM Electric und BMW-Legenden. Allein die DTM präsentiert ein Fahrerfeld der Weltelite, aber auch sonst präsentiert sich am Dutzendteich das Who-is-who des Rennsports mit Fahrern wie Hans-Joachim Stuck, Klaus Ludwig, Christian Danner, Kurt Thiim und Klaus Niedzwiedz in der DTM Classic sowie Johnny Cecotto, Leopold von Bayern und Norisring-Rekordsieger Bruno Spengler.

Eintrittskarten sind online via DTM-Ticket-Shop (tickets.dtm.com) und über die DTM-Ticket-Hotline (01806 991166) bis zum Veranstaltungstag erhältlich. Am Samstag und Sonntag werden die DTM-Rennen (Rennstart jeweils um 13:30 Uhr) jeweils ab 13:00 Uhr in SAT.1 und in über 60 Ländern live übertragen.

Text: DTM Media, Fotos: Manfred Muhr
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